Köln, März 2026

Neue Wege für bessere Atemgesundheit von Kindern

Klosterfrau Award 2026

PD Dr. med. Elias Seidl, Gewinner des Klosterfrau Grant for Research into Respiratory Diseases 2026 und Juryvorsitzende Prof. Dr. med. Gesine Hansen.

Atemwegserkrankungen wie z. B. Asthma oder seltene Lungenerkrankungen können sehr belastend sein. Insbesondere für Familien mit erkrankten Kindern wird der Alltag stark negativ beeinflusst. Die beiden diesjährigen Preisträger, Sam J. McCright (USA, Gewinner des Klosterfrau Award for Research into Respiratory Diseases) und PD Dr. med. Elias Seidl (Schweiz, Gewinner des Klosterfrau Grant for Research into Respiratory Diseases), haben das Ziel, dieses Leiden zu verringern. Die ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten zeigen, wie Ernährung Entzündungen bei Asthma beeinflussen kann und welche Faktoren die Lebensqualität von Kindern mit seltenen Lungenerkrankungen besonders bestimmen.

Mehr zum Klosterfrau Group Award

Der „Klosterfrau Award for Research into Respiratory Diseases” wird auf Initiative von Prof. Dr. med. Dr. h.c.  Dietrich Reinhardt seit 2001 jährlich verliehen. Er zeichnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die durch ihre Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung, Diagnostik und Therapie von pädiatrischen Atemwegserkrankungen geleistet haben.

Stearinsäure verstärkt Entzündungsprozesse in der Lunge

Der mit 30.000 Euro dotierte Klosterfrau Award for Research into Respiratory Diseases 2026 geht an Sam J. McCright, University of Pennsyl­vania. Er untersuchte, wie verschiedene Fettsäuren das Immunsystem beeinflussen – zunächst im präklinischen Modell, anschließend bei übergewichtigen Kindern mit Asthma. Die Ergebnisse sind eindeutig1:

  • Stearinsäure, eine gesättigte Fettsäure, lagert sich in bestimmten Abwehrzellen der Lunge ein und verstärkt Entzündungsreaktionen.
  • Dieser Effekt trat unabhängig vom Körpergewicht auf – entscheidend ist die Zu­sam­men­setzung der Ernährung.
  • Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, zeigte hingegen eher schützende Eigen­schaften.
  • Wird ein spezifisches Entzündungssignal (IL1β) oder das Enzym IRE1α blockiert, lassen sich die Entzündungen deutlich reduzieren. Dies eröffnet langfristig neue therapeutische Ansätze.

Auch in Lungenproben übergewichtiger Kinder fanden sich Zellen mit einem ähnlichen Muster der Entzündungsaktivierung wie im präklinischen Modell. Das stützt die An­nahme, dass Ernährung die Entzündungsaktivität in der Lunge direkt beeinflussen kann – ein Aspekt, der in der Praxis bislang häufig unterschätzt wird.

Klinikaufenthalte und Gedeihstörung beeinflussen Lebens­qualität 

Der mit 20.000 Euro dotierte Klosterfrau Grant for Research into Respiratory Diseases 2026 geht an PD Dr. med. Elias Seidl vom Universitäts-Kinderspital Zürich (Schweiz). Er analysierte Daten von 424 Kindern aus zehn euro­päischen Ländern, die an seltenen Lungenerkrankungen (childhood interstitial lung diseases, chILD) leiden. Die Daten stammen aus dem europäischen Register chILD-EU. Ziel war es zu verstehen, welche Faktoren besonders stark auf die Lebensqualität wirken. Die Studie zeigt zwei Schlüsselerkenntnisse2:

  • Frühere Krankenhausaufenthalte belasten die Lebensqualität deutlich – stärker als viele andere klinische Faktoren.
  • Gedeihstörung, also ausbleibendes altersgerechtes Wachstum, wirkt sich besonders negativ aus.

Beide Faktoren sind mit einer deutlich schlechteren Lebensqualität verbunden – deutlich stärker als andere untersuchte Einflüsse wie chronische Medikation, typische Atemwegssymptome oder soziale Rahmenbedingungen. Für die Praxis bedeutet das: Eine frühe, gezielte Ernährungstherapie ist essenziell, um Wachstumsprobleme zu ver­meiden. Gleichzeitig sollten ambulante Strukturen gestärkt werden, um Klinik­aufent­halte zu reduzieren – immer dort, wo dies medizinisch verantwortbar ist.

PD Dr. med. Elias Seidl, Gewinner des Klosterfrau Grant for Research into Respiratory Diseases 2026.

„Die diesjährigen Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie exzellente Forschung dazu bei­tragen kann, aus der Grundlagenforschung wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung besserer Therapien bei Lungenerkrankungen zu entwickeln und die Lebensrealität pädiatrischer Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern. Sam McCright liefert wegweisende Erkenntnisse zur Rolle gesättigter Fettsäuren bei neutrophiler Entzündung und Adipositas-assoziiertem Asthma, während Elias Seidl klar aufzeigt, welche Faktoren die Lebensqualität bei seltenen interstitiellen Lungenerkrankungen bestimmen. Genau solche Arbeiten wollen wir mit dem Klosterfrau Group Award fördern – Forschung, die wissenschaftlich herausragt und direkt in die bessere Ver­sor­gung von Kindern mit Lungenerkrankungen übersetzbar ist“, sagt Juryvorsitzende Prof. Dr. med. Gesine Hansen.

1 McCright SJ et al. Sci Transl Med. 2025 Aug 27;17(813):eadp5653. doi: 10.1126/scitranslmed.adp5653. 
2 Griese M et al. Eur Respir J 2025; 0: 2501777. doi: 10.1183/13993003.01777-2025.

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Der Klosterfrau Award

Mit dem seit 2001 verliehenen „Klosterfrau Award for Research into Respiratory Diseases in Childhood“ unterstreicht die Klosterfrau Group ihr Engagement für exzellente Forschung. Gleichzeitig würdigt und fördert der Preis die nächste Generation engagierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Kindern mit Atemwegserkrankungen einsetzen.